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México > Urwaldkühe in Guatemala
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Posted: Apr.03.2006 @ 11:58 am | Lasted edited: Apr.03.2006 @ 12:36 pm

Hatte dann also die US-mexikanische Partymaile hinter mir gelassen und bin entlang der wunderschönen aber teueren Riviera Maya entlang bis nach Chetumal vorgestossen. Vo da aus machte ich einen Abstecher über Belize nach Flores, Guatemala. Der Grenzübetritt war zuweilen etwas zeitraubend und kostete immer Geld für irgendwas. Vorallem um nach Belize zu reisen brauchen wir Schweizer (im Gegensatz zu EU und den meisten anderen Ländern) ein Visum für welches ich 50 USD hinblätterte, was für die hiesigen Verhältnisse ein ordentlicher Betrag ist...

In Belize ist mir der nachhaltige Einfluss des British Empire mal wieder vor Augen geführt worden. Belize war lange eine Kolonie von denen (hiess damals british Honduras oder so) und man kann noch heute belizianisch Kids in der Pampa Cricket spielen sehen.

Im Jungle bei Tikal, Guatemala bin ich dann wieder auf die Urwaldkühe gestossen und sah sogar welche von nahem! Es waren dann aber doch keine Kühe, die durch den Wald brüllten sondern Affen. Sogenannte Brüllaffen. Deren Gebrüll steht jedoch in keinem Verhältnis zu deren Erscheinung... wahrscheinlich so ein evolutionsbiologischer Trick von denen. Ansonsten habe ich mich in Guatemala abseits der touristischen Zone nie ganz sicher gefühlt. Doch basierte meine Unsicherheit nur auf gelesenen oder gehöhrten Schauergeschichten über abgemurkste Touristen, als dass ich nur entfernt eine bedrohliche Situation erlebt hätte. Was die hier auf jeden Fall verstärkt zu haben scheinen, ist so eine Ballermentalität. Wenn die sich in die Haare kriegen, dann schiessen sie sich bald mal über den Haufen. Das habe ich gsehen, als ich eine Regionalzeitung gelesen habe: in der Hälfte der Berichte wurde irgend einer abgeknallt.

Ich bin jedoch jetzt bereits wieder im harmlosen Mexiko und werde die letzten paar Tage bis Ende des Monats mit Eveline weiterreisen...

México > Palenque mit den Urwaldkühen
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Posted: Mar.16.2006 @ 6:09 pm | Lasted edited: Mar.16.2006 @ 6:38 pm

Die letzten Tage durchreiste ich Chiapas. Ist sehr abwechslungsreich hier in diesem südlichen Teil von Mexiko. Da kann man morgens noch in Pullover und Jacke eingepackt im auf über 2000müm gelgenem San Cristobal schlottern und dann 4 Stunden später im tropischen Palenque kann nur schon das dasitzen eine äusserst schweisstreibenden Tätigkeit sein. Palenque hat (schon wieder eine) Ruinen einer imposanten Maya Stätte zu bieten, die lange Zeit von den Pflanzen überwuchert unentdeckt blieben. Abgesehen davon ist die Natur spektakulär... zumindest für Leute, wie mich die noch nie zuvor im Dschungel waren.... mit dichter Vegetation, Wasserfällen und vielen Tieren und Tierchen. Ich nächtigte in einer Art Baumhütte und kam mir schon wie ein kleiner Indiana Jones vor. Halt ein Indy mit Antibrum und Moskitonetz und viel geschlafen habe ich die Nacht nicht. Zum einen war die Hitze drückend und zum anderen wars sehr interessant was man da so für Geräusche aus dem Wald vernahm. Ich versuchte mir dabei jeweils vorzustellen wie das entsprechende Tier ausehen könnte... bin überzeugt, da muss es so eine Art riesige Urwald-Kuh geben, denn genau so hat sich so ein entferntes röhrendes Muhen jeweils angehört... konnte mir leider niemand erklären, was ich da gehört habe. Und da war auch noch das Knuspern eines Riesenkäfers, der an meinem Bett knapperte. (Ja, man konnte echt sein Kaugeräusch vernehmen... der hat einfach so eine Bahn ins Holz gefressen)

Mitlerweilen bin ich etwas weiter östlich in den Yucatanteil vom Mexiko vorgedrungen, war eine Nacht in Campeche und jetzt in Merida. Plane bis in einer Woche oder so zur Ostküste zu gelangen... durch das amerikanische "Mallorca" Cancun über die Springbreake-Alkoholleichen zu stolpern auf dem Weg weiter Richtung Süden, eventuell bis nach Belize... ¡Hasta luego!

México > Oaxaca, Puerto und schwule Mexikaner
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Posted: Mar.06.2006 @ 10:47 am | Lasted edited: Mar.06.2006 @ 7:44 pm

So.. die Blogtext-Seite scheint im Moment wieder zu funktionieren. Habe meine Woche in Oaxaca genossen, ein paar Spanischlektionen und sogar einen Kochkurs besucht. In Oaxaca herscht optimales Klima und es gibt viel zu sehen, was die indianische (zapotekianische) Kultur anbelangt. Viele Frauen in traditioneller Kleidung, grosse Märkte mit allerlei Geschirr und Teppichen (was mich weniger interessierte), aber auch deren lokale Speisen und sogar Schokolade. Diese ist aber mit zimelich viel Zucker angereichert, trotzdem lecker. Bin jetzt aber bereits ein paar Kilometer weiter südwestlich in Puerto Escondido, das ich per Nachtbus innert zehn Stunden nach einer abenteuerlichen, kurvenreiche Strecke erreichte.

Mein erster Eindruck vom Staedchen an der Pazifikküste ist sehr heiss und schwul. Und mit schwul meine ich auch schwul; bin noch nie so penetrant gleich zweimal am Tag von Schwulen angemacht worden wie hier.
Und ja heiss ists hier und auch am Abend kühlts nur gerade knapp unter 30 Grad ab, sodass man sich hier mit starken Ventilatoren in den Schlaf blasen lassen muss. Aber es hat ein paar schöne Strände und Buchten mit vieln Vöglen, Schildkröten Krokodilen. Werde morgen mir mal so eine Bucht anschauen gehen.
Und ja, bei den Surfern ist dieser Spot hier auch sehr bekannt. Vorallem ab April sollen hier ein paar perfekte Wellen anrollen. Habe mich heute auch kurz mal auf dem Brett versucht aber mehr Wasser geschluckt als was anderes. Hat hier auch einige Surfertypen, die ihre trainierten, tatoobedeckten Bodies am Strand spatzieren führen, aber es ist nicht so mein Volk. (Da sind mir die Windsurfer in der Schweiz sogar noch lieber :-) )

México > Puebla, Oaxaca und die Mexikaner
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Posted: Feb.24.2006 @ 10:42 am | Lasted edited: Feb.24.2006 @ 11:57 am

Habe nun Cuernavaca hinter mir gelassen und bin nach ein paar Tagen in Puebla in Oaxaca gelandet. Puebla (zweitgrösste Stadt, ca. 3 Stunden von Mexiko City) hat ein sehr schönes, sauberes, historisches Zentrum. Die Stadt machte auf mich einen ziemlich europäischen Eindruck, abgesehen davon dass die Strassen amerikanisch schachbrettartig aufgebaut sind.
Und ja, die Sonne ist ziemlich stark hier (hatte ich glatt etwas unterschätzt und mich mit roter Nase einmal mehr als Touri gebrandtmarkt), denn die Stadt liegt auf über 2000 m.ü.m.

Oaxaca ist auch ein schönes Städchen...
Erster Eindruck: etwas lärmiger und dreckiger als Puebla aber doch mit ein paar autofreien schönen Plätzen... im Zentrum wimmelt es hingegen auch von v.a. amerikanischen Touris und Durchreisenden.
Ich habe für diese Tage eine B&B für 25.- die Nacht gefunden. Ist nicht das billigste aber dafür sauber und mit warmen Wasser.

Die Mexikaner sind sehr nett und hilfsbereit. Läuft im Laden gerade nicht viel, kanns vorkommen, dass man mitten am Nachmittag beim Einkaufen vom Ladenbesitzer zu einem Glass Tequilla eingeladen wird... ja gut, der Mexikaner sah auch bereits um 4Uhr Nachmittags so aus als würde ab und zu nicht so viel laufen in seinem Laden...
Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch super hilfsbereit und habe einem älteren Mexikaner beim öffnen seinen Lädelchens geholfen. Er bat mich die Rollladen runterzukurbeln, weil der Hacken so weit oben sei. Da ist mir aufgefallen; ich gehöre ja echt zu den Grossen hier! :-)

México > Die ersten Tage in Cuernavaca
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Posted: Feb.08.2006 @ 3:58 pm | Lasted edited: Feb.14.2006 @ 6:02 pm

Bereits ists über ne Woche her (3.Feb) seit ich unsicheren Fusses das Flugzeug in Mexicos Hauptstadt verliess und meinen Weg durch den Grossstadtjungel zu meinem Hotel suchte. Der Anflug über die Megastadt war ziemlich eindrücklich... Stadt und Häuser so weit das Auge reicht. Die recht hügelige Gegend um die Stadt ist von zum Teil sehr armen Siedlungen regelrecht überwuchert.

Am drauffolgenden Tag verliess ich die Metropole bereits und reiste direkt ins etwa 80km südlich gelegene Cuernavaca, wo ich seit da die Tage bei einem jungen Pärchen mit Kind, zwei Katzen und ein paar Ameisen verbringe. Santiago und Estefania sind sehr nett, die Ameisen auch...  der Sohn (5) mag es Spielzeug und Tortillas durch die Wohnung zu schmeissen.

Tortillas heissen die Maisfladen, welche hier ueberall verkauft und gegessen werden. Diese und überhaupt das Essen hier sagt mir sehr zu, sodass ich die Notration an Schokolade, welche ich von Zuhause mitbrachte, getrost als Kulturexport den Mexikanern hier vermachen konnte. Auf den Strassen werden auch überall interessant aussehende Süssigkeiten verkauft... doch meine Furcht vor Montezumas Rache war doch meistens grösser als meine Neugierde. Sehr lecker sind aber auf jeden Fall all die frischgepressten Fruchtsäfte aus Gewohntem und aus mir bislang unbekannten Früchten, wie z.B. der Guayaba, trinke ich diese Tage immer zum Mittagessen, das hier bei den Mexikanern so zwischen 2 und 4 am Nachmittag stattfindet.

Gewöhnungsbedürftiger ist jedoch der viele Dreck und Verkehr welcher hier alle Gassen füllt sowie ganz einfach auch das alleine in der Ferne reisen. Die Sprache sprudelt mir noch nicht ganz so locker von den Lippen, doch dafür habe ich Pedro, der mir jeden Tag im wunderschönen Garten der Escuela Experiencia was neues beibringt.

Am letzte Wochenende besuchte ich die Orte Tepotzlan und Xochicalco. Beides Orte wo Überreste vergangener Zivilisationen zu besichtigen sind. Tepotzlan liegt etwas nördlich von hier und bis vor ca.100 Jahren lebten hier nur "Nauhatl" sprechende Indianer in der Abgeschiedenheit. Heute beherbergt das Staedtchen etwa 13'000 Einwohner unteranderem viel esoterisch angehauchte Touristen oder Durchreisende auf der Suche nach der Energie, welche hier fliessen soll... Zusammen mit Xochicalco und einem weiteren Ort, den ich aber nicht besucht habe, bilden diese ein energetisches Dreieck. Sei wissenschaftlich bewiesen, weil ganz seltene auffaellige Mineralien im Boden vorhanden seien....
Wie dem auch sei, auf Xochicalco konte ich einer seltenen Zeremonie beiwohnen. Ich durfte eine Familie hier begleiten, die einem nicht lange vertorbenen Professor von Cuernavaca seine letzte Ehre erwiesen. Dieser Mann soll sein Leben der indianischen Kulturen gewidmet haben und sein letzter Wunsch war, dass seine Asche in den Ruinen von Xochicalco verstreut werden. Das indianisches Begraebnis war ziemlich eindrücklich... mit Tanz und Musik... auch wenn ich als Unbeteiligter das Ganze nur aus der Ferne beobachtete und nicht viel davon verstand, so fühlte sich dessen Trauer irgendwie natürlicher und heller an als bei uns (fand ja auch draussen und unter der Sonne statt).

Doch dies ist natürlich nicht die übliche Tradition hier in Mexiko :-) die katholische Kirche ist doch ziemlich präsent hier... so zum Beispiel sieht man Krippen, die einfach so mal in einer Gasse aufgestellt und mit vielen Figürchen und blinkenden Lichtern verziert werden. Auch die Kirchen sind hier besser besucht als bei uns und doch hält der Zerfall dessen Werte auch hier Einzug (Sex vor der Ehe, steigende Scheidungsraten uns so).

Weniger Präsent als bei uns jedoch klar der Sozialstaat... viel Armut, Arbeitslose und Leute unterm Existenzminimum. An Stelle des Staates scheint das soziale Umfeld zu stehen... nicht so wie bei uns kennt man sich hier in der Nachbarschaft und klar, meistens wohnen die Familien auch näher beisammen. Dies vereinfacht auch den Kommunikationsweg; statt per Telefon ruft man einfach aus dem Fenster, wenn man was von jemandem will. Umgekehrt gehen Strassenverkäufer durch die Gassen und preisen ihre Waren an. So auch "Tamales"-Mann der so jeden Tag seine Maismehlpuddings verkauft. Sein tiefer monotoner "Taamaaaleeeeee" Gesang erinnert mich jeden mal an ein muslimischer Muezzin.

So long.... mal ein paar meiner ersten Eindrücke... Ein paar Fotos hab ich muehsamst hochgeladen :-) Fotos von Familie und so folgen noch.!

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